Foto: Ulla Evers

10 Jahre Kaufhaus Aller

01. Oktober 2020

Das Kaufhaus am Cardenap feiert sein Jubiläum

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Kaufhaus Aller, Gifhorn, Cardenap 7

Es war ein Pilotprojekt vor zehn Jahren in Gifhorn, ein Kaufhaus für Menschen mit geringem Einkommen zu eröffnen. Obwohl die Region von einem gewissen Wohlstand lebt, die soziale Schere geht auch in Gifhorn auseinander. Das Kaufhaus Aller ist in Gifhorn mittlerweile zu einer Institution geworden. Hier können Dinge des täglichen Bedarfs gekauft werden, wenn der Lebensunterhalt knapp ist. Gleichzeitig ist das Kaufhaus Aller von Anfang an ein Ort der Begegnung. Die Tür des Ladens ist auch für Menschen offen, die gerne Gebrauchtes kaufen, weil es ihrem Geschmack entspricht oder weil sie bewusst ihren Konsum einschränken.  Am 1. Oktober blicken die Gesellschafter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf zehn Jahre Geschäftstätigkeit zurück.

Hauptgesellschafter des Kaufhaus Aller ist der ev.-luth. Kirchenkreis Gifhorn. Genauso engagiert sind die drei weiteren Gesellschafter, die katholische Kirchengemeinde St. Altfrid, die Dachstiftung Diakonie in Kästorf und die evangelische Stiftung ZeitStiften. Mit zwei Jahren Vorlauf hatten sie gemeinsam ein Konzept entwickelt, um Menschen mit geringem Einkommen und Langzeitarbeitslosen unterstützen zu können. Heike Meinecke, seit knapp zehn Jahren Geschäftsführerin des Kaufhauses, stellt fest, dass das Konzept des Ladens weiterhin trägt: „Dabei müssen wir immer flexibel auf äußere Bedingungen reagieren.“ So sind seit 2015 viele geflüchtete Menschen als Kunden dazugekommen. 

Ein weiterer Aspekt des Kaufhauses ist, dass Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. In Kooperation mit dem Jobcenter werden insgesamt 11 Arbeitsgelegenheiten angeboten, um Langzeitarbeitslose im Verkauf zu qualifizieren und auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Vor zehn Jahren begann der Laden mit zwei festen Mitarbeitern, jetzt sind zehn (elf mit mir) in Voll- und Teilzeit beschäftigt, die, bis auf die Geschäftsführerin, alle aus dem Pool der Arbeitsgelegenheiten eingestellt wurden. Sie helfen nicht nur die eingehenden Spenden zu sortieren, sondern sind im Verkauf und in der Beratung tätig. Heike Meinecke nennt es ihr Highlight, wenn aus diesen Erfahrungen eine Weiterqualifizierung oder ein fester Job entsteht. „Wir haben bisher 40 Personen in Vollzeit-, Teilzeit- und Minijobsoder eine Qualifizierung vermitteln können.“ Das Kaufhaus Aller ist gemeinnützig und darf keine Gewinne erwirtschaften. Was an Plus erwirtschaftet wird, kann in weiteres Personal und Lagerräume investiert werden. Denn auch die Spender haben das Kaufhaus von Anfang an akzeptiert. „Ein großes Dankeschön geht von unserer Seite an alle, die mit ihren Spenden das Kaufhaus unterstützen“, betont Heike Meinecke. Ob Kleidung oder Hausrat, Spiele, Bücher oder Möbel, die Kunden können hier alles bekommen, was wertig und heile ist. Darauf legt das Kaufhaus viel Wert. Für die Geschäftsführerin ist es wichtig, einen gewissen Standard zu halten, denn auch bedürftige Menschen sollen sich über schöne Dinge freuen.

Neben dem Einkaufen hat sich der Cardenap 7 als Begegnungsort entwickelt. Manche Kunden, so sagen es die Mitarbeiter, kommen regelmäßig, weil sie wissen, dass es ein dort ein offenes Ohr gibt. Heike Meinecke sieht den Bedarf eines Kaufhauses wie dieses weiterhin gegeben: „Corona haben wir einigermaßen verkraftet. Um die Zukunft mache ich mir keine großen Sorgen.“ Am 1. Oktober hat das Kaufhaus Aller, wie gewohnt, von 10 bis 18 Uhr geöffnet!

https://www.kaufhaus-aller.de