Foto: Ulla Evers

Erfahrungen mit Konfirmanden-App KonApp

12. Juli 2020

Wie kann man trotz Coronabeschränkung mit den Konfirmand*innen Kontakt halten? Diese Frage stellte ich mir wie vielen anderen, die in der Konfirmandenarbeit tätig sind. Über E-Mail und Telefon erreiche ich maximal die Eltern, gängige Messengerdienste sind generell im Dienst und erst recht in der Konfirmandenarbeit ja so eine Sache.. doch dann habe ich über Newsletter von der KonApp erfahren und sie gleich einmal ausprobiert. 

Was ist die KonApp?

Es handelt sich um eine kostenlose App, die im Auftrag der Deutschen Bibelgesellschaft entwickelt wurde und den hiesigen Datenschutzrichtlinien entspricht. Konfirmanden müssen sich nur die App herunterladen, ich als Gruppenleiterin kann mir einen Account am Rechner machen und eine Gruppe erstellen und mit persönlichen Zugangscodes jedem einzelnen Konfirmanden den Gruppenzugang ermöglichen. Der Anfang war etwas schwer, zumal ich jeden Code für die Konfis einzeln abschreiben musste (kopieren ging nicht), und wir mit 57 Konfirmanden keine kleine Gruppe haben. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe dann jedem Konfi einen Brief mit seinem Zugangscode und einer kleinen Anleitung geschickt. Viele Konfirmand*innen haben das Angebot wahrgenommen und sich registriert.. 

Aber was kann die App überhaupt? 

Wir können Nachrichten in den Gruppenfeed schreiben, Bilder und kurze Videos teilen, ich kann Aufgaben stellen, auf die sie antworten können (erst dann sehen sie die Antworten der anderen) und ich kann Umfragen erstellen, die sehr gern beantwortet werden, weil sie anonym sind. Da kann man ganz gut sehen, wie viele mit dabei sind, obwohl sie sonst nicht so viel schreiben. Was nicht geht, ist, dass die Konfis Bilder oder ähnliches aus der App herauskopieren können und Einzelunterhaltungen wie bei gängigen Messengerdiensten sind auch nicht vorgesehen. Auch Handynummern sieht man nicht, nur den Nutznamen, den ein Konfi sich selbst gegeben hat. Somit wird z.B. Cybermobbing vorgebeugt. Mittlerweile kann man über die App sogar Links verschicken, sodass man die Aufgaben auch mit Youtubefilmen aufpeppen kann oder den eigenen Onlinegottesdienst direkt an die Konfis verschicken kann. So können unseren Konfirmand*innen im Moment immer auch Gottesdienstunterschriften sammeln, wenn sie sich den Youtubegottesdienst angesehen haben und die Aufgaben, die ich dazu stelle, beantwortet haben. Darüber hinaus hat die App eine Tagebuchfunktion, in der sich jeder seine privaten Notizen machen oder Bibelstellen ablegen kann, denn mit drin sind auch die Basisbibel sowie etliche Grundtexte zum Glauben (und Auswendiglernen) und ein Bibelbegriffslexikon. Was will man mehr?  Ich habe mich von vielen Einheiten, die man extra für dieses Format im Internet finden kann, inspirieren lassen, und einfach immer mal wieder Aufgaben reingestellt. Es gibt übrigens auch einige Webinare zu dieser App, sodass man sich bei Unsicherheiten auch noch mal gut weiterbilden kann. 

Mein Fazit: 

Ich habe durch die Arbeit mit der KonApp viele rührende und tolle Beiträge erhalten. Unter anderen haben wir gemeinsam über die KonApp die Worte Glaube, Hoffnung, Liebe gebildet: die Konfis hatten die Aufgabe, einen Buchstaben künstlerisch zu gestalten, ins Fenster zu hängen oder anderswie zusammen zu bauen, zu fotografieren und in die Gruppe zu stellen. Das hat allen viel Spaß gemacht und wir haben uns darüber hinaus über 1. Korinther 13,13 auseinandergesetzt. Von einigen Konfis kam die Rückmeldung, dass sie das richtig gut finden. Andere widerum haben sich nicht oder wenig aktiv beteiligt, lesen aber nach eigenen Angaben mit, wieder andere haben sich aus welchen Gründen auch immer noch gar nicht dazu geäußert oder registriert. Die KonApp kann immer nur  ein ergänzendes Angebot bleiben, und die Bedienung ist in Manchem nicht ganz intuitiv. Aber wenn man sich ein bißchen eingearbeitet hat, funktioniert es ganz gut und nach den bisherigen Erfahrungen möchte ich sie nicht mehr missen. Ich werde sie auch weiter ergänzend nutzen, wenn es mit dem „echten“ Konfer wieder losgeht. 

Bei Fragen stehe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten gern zur Verfügung.