Kirchenkreistag Sitzung November 2017

16. November 2017

Der Kirchenkreistag hatte in seiner Herbstkonferenz gewichtige Themen auf der Tagesordnung: Der Entwurf der neuen Kirchenverfassung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers wurde von Dr. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamtes, vorgestellt. Und es wurden die Jahresabschlüsse des Kirchenkreises aus den Jahren 2013 bis 2016 besprochen.

Dr. Stephanie Springer erläuterte die Idee und einige Besonderheiten des Verfassungsentwurfs. „Grundsätzlich soll die Kirchenverfassung Frieden und Ordnung in unserer Kirche regeln“, so stellte sie den Stellenwert der 85 Artikel dar, in denen die wesentlichen Themen kirchlichen Zusammenlebens formuliert sind. Die bestehende Kirchenverfassung stammt aus dem Jahr 1965. Sie sei sprachlich veraltet und berücksichtige nicht mehr in wesentlichen Dingen die Lebenswelt der Menschen heute. Da helfe kein Flickwerk von einigen Änderungen, sondern es wurde grundsätzlich neu formuliert. Aus 95 Artikel wurden 85, einiges wurde gestrichen und in andere gesetzliche Regelungen der Kirche eingeflochten, neue Themen wurden hinzugefügt und vor allem, so die Präsidentin des Landeskirchenamtes, die Verfassung ist durchgängig theologischer. Das vorliegende Werk ist ein Entwurf, denn die Landeskirche Hannovers wünscht sich ausdrücklich einen offenen Dialog über den Text. Online können Einwendungen und Ergänzungen eingegeben werden, die, so versicherte sie, mit Sicherheit alle geprüft würden. Im November 2018 wird dann die Landessynode die endgültige Fassung beschließen.

Neu ist in der Kirchenverfassung, dass das Wort Diakonie als Teil kirchlichen Lebens auftaucht. Außerdem wird das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft betrachtet. Beachtenswert sei auch, dass neben den gesetzlich verfassten Ortsgemeinden, sich Personalgemeinden bilden können, die sich unter Umständen ebenfalls rechtlich verfestigen. Vor allem zeige sich die Kirche in der neuen Verfassung als einladende Kirche. So erläuterte Stephanie Springer einzelne Artikel und wies auf die Synopse hin, die unter www.kirchenverfassung2020.de zu finden sei. Hier sind der bisher gültige Text und die neue Fassung gut vergleichbar nebeneinandergestellt.

In der anschließenden Diskussion ging es um Fragen wie: Verliere sich in einer offenen und einladenden Formulierung der neuen Verfassung nicht ein wenig ein deutliches Profil der Kirche? Wenn die Rolle von Jugendlichen in den Texten vorkomme, dann hat das den Eindruck, als würden sie zur Mitarbeit verzweckt. Ist das richtig? Warum kommen die Kapellenvorsteher nicht mehr vor? Was bedeutet Wesentlichkeit als Leitlinie für die Inhalte der Verfassung? Stephanie Springer antwortete, diskutierte und betonte zum Abschluss: „Ich möchte Ihnen die neue Kirchenverfassung schmackhaft machen. Beteiligen Sie sich an der Diskussion!“

Nach einer Pause stellt Friedhelm Fendler, als Vorsitzender des Finanzausschusses, die Jahresabschlüsse und Gewinnverwendungsbeschlüsse der Jahre 2013 bis 2016 vor. Es sei alles im Plus, die letzten Jahre wurde gut gewirtschaftet und er empfehle, die Beschlüsse anzunehmen. Eine gute Nachricht für die Gemeinden hatte er noch: Aus den Rücklagen des Kirchenkreises können Beträge an die Kirchengemeinden ausgeschüttet werden – mit der Empfehlung, dass jede auch daran denken soll, eigene Rücklagen zu bilden. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kirchenamtes, die nun alle zurückliegenden Haushalte mit dem neuen Buchhaltungssystem, der Doppik, aufgearbeitet habe, sodass in Zukunft immer das aktuelle Jahr vorliegen würde.

Unter Verschiedenes berichtete Superintendentin Sylvia Pfannschmidt, dass die neue Fundraiserin, Gabriele Aland, ihre Aufgabe niederlegt, aber weiterhin mit einer Viertelstelle Qualitätsmanagement in der Jugendwerkstatt Gifhorn mache. Die Vorsitzende des Kirchenkreistags, Ute Szameitat, erklärte, dass, unter Berücksichtigung der KV-Wahlen im kommenden Jahr, 2018 nur zwei Kirchenkreistage stattfinden würden und lud dafür schon jetzt alle Mitglieder zum Kirchenkreisempfang am 24. Mai in St. Nicolai ein. Sonnhild Baucke stellt das Thema der diesjährigen „Brot für die Welt-Aktion“ vor. Vietnam stehe im Mittelpunkt unter der Überschrift „Wasser für alle“.