Foto: Ulla Evers

Kirchenkreis tritt Rettungsbündnis bei

02. Juli 2024

Einsatz für Seenotrettung, Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur

Der Verein United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V. wurde im November 2019 gegründet. Viele Mitglieder des Vereins setzen sich bereits seit Jahren für die zivile Seenotrettung ein, 780 Partnerorganisationen unterstützen das Bündnis auf unterschiedliche Weise.

Gerade jetzt, wo über Abschiebungen und Drittstaatenlösung debattiert wird, wollen wir ein Zeichen setzen: wir als Christen zeigen auch durch die Mitgliedschaft, welche Grundwerte wir vertreten und gehen unserem Auftrag der Nächstenliebe und des einander Helfens nach,“ erklärt Thomas Häußler, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenkreisvorstandes (KKV). „Darüber hinaus braucht Deutschland Arbeitskräfte aus dem Ausland,“ ergänzt Superintendentin Sylvia Pfannschmidt. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) konnten 2023 570.000 Stellen nicht besetzt werden. „Ob im Gastronomiebereich, in der Pflege, auf dem Bau oder bei der Kinderbetreuung … nur muss die Politik Bedingungen schaffen, dass Migranten hier schneller qualifiziert werden und in die Arbeitswelt eintreten können.“

Alle Menschen, die auf ihrem Weg über das Mittelmeer ertrinken, haben Schutz und eine menschenwürdige Zukunft für sich und ihre Familien gesucht. Verfolgung, Krieg, Armut, Unrecht und Klimawandel haben sie dazu gebracht, ihre Heimat zu verlassen. Solange die Fluchtursachen nicht wirksam bekämpft werden und staatliche Seenotrettung fehlt, schickt das Bündnis Rettungsschiffe. Außerdem vertritt es folgende Forderungen:

Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht, das muss auf dem Mittelmeer gewährleistet werden. Daher darf die zivile Seenotrettung nicht länger kriminalisiert oder behindert werden. Danach müssen Bootsflüchtlinge an einen sicheren Ort gebracht werden, wo sie Zugang zu einem fairen Asylverfahren haben.

Schon 2019 rief der Kirchenkreis Gifhorn das Label „Fair Ankern – Sicherer Hafen“ mit ins Leben, welches Organisationen und Institutionen in der Region auszeichnet, die sich über das Soll hinaus für die Aufnahme und Unterstützung Geflüchteter engagieren, damals vor allem für Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gekommen sind. Der Eintritt in das Bündnis United4Rescue wird von einer Spendenaktion im Kirchenkreis begleitet.

Foto: Leon Salner / Sea-Eye

Das Bündnis unterhält Rettungsschiffe im Mittelmeer, unter anderem die „SEAWATCH4 powered by United4Rescue“, die es der Rettungsorganisation Sea-Watch zur Verfügung stellt.

 

Weitere Infos zum Bedarf von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es beispielsweise beim Deutschlandfunk oder IAB.