Daniel Meyer Do Santos ist seit August neuer Pastor in Meine.
Was macht ein evangelischer Pastor in Brasilien? Die Antwort ist einfach: Das Gleiche wie in Deutschland! Ob der Ort nun viele Millionen oder ein paar Tausend Einwohner hat, ist fast egal. Auch in Brasilien feierte ich am Sonntag mit der Gemeinde Gottesdienst, predigte, taufte, tröstete und freute mich mit bei Konfirmationen, Trauungen, Gemeindefesten und Geburtstagen. Hier wie da: Gottesdienste sollen Lebensfreude ausstrahlen und lebendig sein, von Gottes Liebe sprechen und die Herzen der Menschen erreichen. Vielleicht ist der größte Unterschied zu Deutschland, dass ich an Weihnachten im Talar schwitze. Auch die Kostüme der Krippenspielkinder müssen zur Hitze passen – aber dadurch passen sie ja auch besser zum Heiligen Land. Die Friedenskirche in São Paulo ist eine brasilianisch-deutsche Gemeinde. Viele Gemeindeglieder sprechen im Alltag Portugiesisch, sprechen das Vaterunser aber lieber auf Deutsch. Andere sind nur für wenige Jahre im Land, etwa, weil sie von VW geschickt wurden.
Nach fast zehn Jahren in Brasilien sind wir im Sommer nach Meine gezogen. Wir freuen uns auf das, was vor uns liegt. „Wir“ – das ist unsere Familie: meine Frau, die aus Argentinien kommt und Diakonin ist, und unsere Töchter. Die letzten beiden haben noch nie Schnee angefasst – dafür finden sie es ganz normal, auf dem Weg zum Kindergarten kleine Affen zu sehen. Und was macht ein evangelischer Pastor in Deutschland, in Meine, Grassel, Vordorf und den Dörfern? Ich würde es gerne zusammen mit den Menschen vor Ort und im Kirchenkreis herausfinden! Was liegt an? Wo soll etwas Neues entstehen und was kann gerne so bleiben, wie es ist? Ich bin offen für gute Ideen und alles, was ich lerne. Ich bin gespannt auf die vielen unterschiedlichen Begegnungen und freue mich darauf alle(s) kennenzulernen.