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Foto: Aaron Burden

Flüchtlingshilfe

Ein Erfahrungsbericht

Eine Beauftragung für die „Koordinierung von Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Geflüchteten in den Kirchengemeinden“, das klingt sperrig. Diakonin Martina Keding, die diese Aufgabe seit fast zwei Jahren im Kirchenkreis Gifhorn übernommen hat, bringt ihre Arbeit auf den Punkt: „Ich versuche Menschen mit Menschen in Kontakt zu bringen.“ Aus dieser Haltung ist eine Menge erwachsen. In der Zeit, als viele tausend geflüchtete Menschen in Deutschland ankamen, war es eine Erste-Hilfe-Maßnahme ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Jetzt sind es außerdem einzelne Projekte, die Integration fördern.

Martina Keding vernetzt. So sind ihre Aufgaben und ihre Initiativen durch den Kontakt mit den Menschen entstanden. Sie hat das Café Aller mit auf den Weg gebracht. Hier trifft sie sich alle sechs Wochen mit Ehrenamtlichen zum Stammtisch. Einmal die Woche hat sie eine feste Zeit im Café und ist für Ehrenamtliche und Geflüchtete ansprechbar. „Ich denke da zum Beispiel an einen Mann aus Guinea, der gelernter Bäcker und Koch ist. Was ich ihm bieten kann, ist, Kontakt mit Betrieben und Arbeitgebern herzustellen, damit er in Deutschland in seinem erlernten Beruf wieder arbeiten kann“, erzählt sie.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit ist die Diakonin durch den Kirchenkreis gezogen, um die Gemeinden und Aktivitäten vor Ort kennenzulernen: „Ich habe gute Arbeit vorgefunden, wie zum Beispiel neugegründete Flüchtlingshilfe-Vereine mit vielen Initiativen“ Über den Kontakt mit der KVHS gelang eine Vernetzung mit der Jugendbegegnungsstätte in Gifhorn, die letztes Jahr noch ca. 30 junge Männer beherbergte. So entstand durch die nachbarliche Nähe zur Martin-Luther-Gemeinde ein „Interkulturelles Begegnungsprojekt“, das dienstags und donnerstags unter Leitung von Jan Calberlah vor Ort angeboten wird. Durch das Kennenlernen einer Kunsttherapeutin aus Braunschweig wurden an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Zusammenarbeit mit einer Lehrerin Kunstangebote mit traumatisierten Kindern ermöglicht. Mit den Mitarbeiterinnen der Jugendwerkstatt hat sie nach Beschäftigungsarten für Geflüchtete gesucht. Heute besteht dort die Möglichkeit, über die sogenannte Flüchtlingsintegrations-Maßnahme (FIM link) Geflüchteten für eine befristete Zeit Einblicke in die deutsche Arbeitswelt zu verschaffen.

Am Herzen liegt ihr zurzeit u.a. eine internationale Krabbelgruppe im Familienzentrum der Paulusgemeinde zu gründen. Noch in den Startlöchern steht das Projekt eines interkulturellen Gartens, den sie mit einem Kleingartenverein anlegen möchte. Für Januar 2018 hat sie einen 1.-Hilfe-Kurs für Ehrenamtliche und Geflüchtete vorbereitet. Sich über gemeinsames Tun kennenlernen, das ist Martina Keding wichtig.
Ihre befristete halbe Stelle ist für weitere zwei Jahre verlängert worden. Sie freut sich darüber, denn an Ideen für Integrationsarbeit mangelt es ihr nicht. „Einige der zu uns geflohenen sind oftmals so weit in der deutschen Sprache, dass sie ihre Fluchtgeschichte erzählen können und wollen“, sagt sie. Das sei berührend und gleichzeitig weitet es unseren Horizont im Umgang mit ihnen. Außerdem sei es ihr wichtig, weiterhin Ehrenamtliche für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen. Es würden weniger, beobachtet sie. Nach der Akuthilfe vor zwei Jahren, fragen sich die Menschen kritischer, was sie zu tun in der Lage sind und welchen Umfang sie leisten können. Auch das mit interessierten Frauen und Männern zu klären, sei ihre Aufgabe.

Damit Gemeinden die Integration der Geflüchteten unterstützen, schlägt sie vor, auch zu spirituellen Angeboten wie Taizé-Andacht, Atempause oder Adventsandachten einzuladen. Ihre Erfahrung: "Damit missionieren wir nicht, sondern ermöglichen Teilhabe/ das Kennenlernen unseres Glaubens/Religion."

Wer Interesse daran hat, in der Hilfe für Geflüchtete mitzuarbeiten
kann sich bei Martina Keding melden:

Martina Keding
Tel.: 05371 942622
martina.keding@evlka.de Steinweg 19A
38518 Gifhorn
oder sie donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Café Aller, Cardenap 4, Gifhorn, persönlich kennen lernen und sprechen.

Supervision für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Den Rücken stärken - Supervision für Ehrenamtliche, ein Angebot für Helfende in der Arbeit mit Geflüchteten als Einzel- oder auch Teamberatung

Worum geht es konkret? Super-Vision heißt wörtlich übersetzt so viel wie „Drauf-Sicht“ oder „Über-Blick“ auf die eigene Arbeit. Das geschieht am besten durch etwas Abstand vom Geschehen, sich im übertragenden Sinn einmal den „Teppich von oben“ anschauen...

Dabei können Themen, wie
„Wie gehe ich mit Ärger um“, der sich angestaut haben,
wie können Nähe und Distanz in der Flüchtlingsarbeit so ausbalanciert werden, dass man selbst im Gleichgewicht bleibt.
Was ist zu viel, was ist zu wenig?
Wie kann ich mich z.B. verhalten, wenn nachts um halb zwölf eine betreute Familie um Hilfe bittet?
Wenn umgekehrt gut gemeinte Angebote ins Leere laufen und man nicht weiß, warum?
Wenn der Kampf gegen behördliche Hindernisse alle Energie zu rauben scheint?
Wenn das Schicksal der Flüchtlinge einen selbst zu sehr mitnimmt?
Wenn nach gewachsenen Beziehungen plötzlich wieder Abschied genommen werden mus?


Durch Gespräch und Reflektion wird es möglich, eigene Grenzen zu erkennen und dabei zu lernen, sie zu setzen. Besonders, wenn für Ehrenamtliche die Grenzen der Tätigkeit zum Privatleben verschwimmen, ist das wichtig, um nicht vom eigenen Engagement „aufgefressen“ zu werden.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf:


Diakonin Martina Keding
martina.keding@evlka.de
Tel.05371-942622
Steinweg 19a 38518 Gifhorn

 

Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) im Kirchenkreis Gifhorn

Die FIM-Maßnahme, bei denen der Bund Gelder zur Verfügung stellt, um Arbeitsgelegenheiten für geflüchtete Menschen zu schaffen, ist vom Kirchenkreis Gifhorn aufgegriffen worden.   Als Koordinator für die Maßnahmen hat die Jugendwerkstatt Gifhorn die Verantwortung übernommen. Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen sind Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge im Sinne eines Arbeitsmarktprogramms.

Wer Flüchtlinge kennt, die noch nicht anerkannt sind und eine Bleibeperspektive haben und außerdem gerne arbeiten wollen, der melde die Namen an Frau Dettmar in der Jugendwerkstatt Gifhorn.

Im Kirchenkreis Gifhorn sind Arbeitsgelegenheiten in Gemeinden und Einrichtungen gefunden worden:
Friedhof St. Nicolai

  • Stadtgemeinden in Gifhorn
  • Kindergarten der Ev.-luth. Kirchengemeinde Martin Luther
  • St. Viti, Kirchengemeinden Didderse und Hillerse
  • Tagespflege in den Diakoniestationen in Isenbüttel und in Meinersen

Die ersten Einsatzstellen sind besetzt. "Wir machen sehr gute Erfahrungen und freuen uns über die Unterstützung der Gemeinden und Einrichtungen", betont Stephanie Dettmer, Sozialpädagogin in der Jugendwerkstatt Gifhorn.

Handreichung für Ehrenamtliche

Der Landkreis Gifhorn hat eine informative Broschüre für Ehrenamtliche erstellt, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Hier sind vor allem die verwaltungstechnischen Vorgänge für Flüchtlinge im Landkreis Gifhorn dargestellt, Kontaktdaten und regionale Hilfesangebote.


Hier finden Sie die Handreichung als PDF!

Willkommenskultur-Leben.de

Aus Berlin kommt eine spannende Webseite, die Menschen inspirieren will, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Unter verschiedenen Kategorien werden Beispiele gezeigt, mit welchen Ideen Geflüchtete Integration erleben können.

www.willkommenskultur-leben.de

Ehrenamtliche gesucht!

Der Flüchtlingsstrom hat sich deutlich reduziert. Die Arbeit, Fremde in unser Land zu integrieren bleibt. Daher gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren:

- Mittun in der Fahrradwerkstatt im Clausmoorhof
- Hausaufgabenhilfe Clausmoorhof oder im Martin Luther Gemeindehaus
- Unterstützung im Café Aller und im Weltladen
- mit kreativen Ideen Geflüchtete zu begleiten und zu unterstützen

Wer Lust und Zeit hat, sich einzubringen, kann sich gerne bei Martina Keding melden! Gemeinsam finden Sie die ehrenamtliche Tätigkeit, die zu Ihnen passt.

Begegnungsprojekt: Mitmacher gesucht!

"Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn. Viel zu lange rumgelegen, viel zu viel schon diskutiert. Es wird Zeit, sich zu bewegen, höchste Zeit, dass was passiert."
An dieses Lied von Clemens Bittlinger kann ich mich aus meiner Konfirmandenzeit noch gut erinnern. Für mich heute eine Motivation und ein Aufruf, den Text in die Tat umzusetzen: Integrative Kontaktmöglichkeit
für Einheimische und Geflüchtete


Ort: Martin-Luther-Gemeindehaus Gifhorn, Limbergstraße 29
Zeit: ab August 2016 zweimal wöchentlich 17:30 Uhr.
Genaue Termine folgen
Dauer: ca. 3 Monate
1. Treffen: 2 August ab 17.30 Uhr

Wir können über uns, unsere Kulturen, Religionen, Herkunftsländer Interessantes erfahren. Wir gehen aufeinander zu. Wir tauschen uns aus. Wir fragen und antworten. Wir erweitern unseren Horizont. Wir bereichern einander.

Komm vorbei, bring dich und deine Ideen mit ein!

Projektleitung: Jan Calberlah, 24, Student der Sozialen Arbeit im 6. Fachsemester/Projektstudium.
"Ich bin in der Gifhorner Südstadt aufgewachsen und lebe nun wieder dort. Seit Herbst 2015 habe ich mich privat mit dem Thema Schutzsuchende intensiv beschäftigt und konnte viele neue positive Eindrücke gewinnen. Ich freue mich sehr auf das Projekt und möchte mit euch neue Erfahrungen machen und bisherige teilen. Bei Fragen bin ich über die untenstehende E-Mail Adresse erreichbar."

Kontakt: j.calberlah@ostfalia.de

Was gibt es zur Flüchtlingsarbeit?

Die Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten im Kirchenkreis Gifhorn hat die Aufgabe, Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden bei bestehenden Projekten zu unterstützen und zu begleiten (Supervision, Fortbildung) und für neue Ideen zu motivieren.


Außerdem ist sie Ansprechperson für Initiativen anderer Institutionen in der Flüchtlingsarbeit, auch um die Vernetzung zu den Kirchengemeinden zu ermöglichen. Seit Februar 2016 arbeitet Martina Keding als Koordinatorin.

Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlingen

Informationen von der Agentur für Arbeit finden Sie hier!

Informationen vom Landkreis Gifhorn finden Sie hier!

Arbeitshilfe für Kirchengemeinden für und mit Geflüchteten

Hier finden Sie die Arbeitshilfe für Kirchengemeinden, die Ideen suchen zum Thema "Integration" vor Ort als PDF!

 

Beauftragte für Geflüchtete

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Martina Keding
Steinweg 19A
38518 Gifhorn
Tel.: 05371 942622