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Foto: Aaron Burden

Flüchtlingshilfe

Netzwerken für und mit Geflüchteten

Martina Keding, beauftragt als Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten im Kirchenkreis Gifhorn geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Die ausgebildete Diakonin begann nach ihrem Umzug aus dem Osnabrücker Raum ihre Aufgabe im Februar 2016 im Diakonischen Werk, zur Zeit, als sehr viele Geflüchtete innerhalb weniger Wochen im Landkreis Gifhorn ankamen. „Wir saßen in der Suptur an einem runden Tisch und sammelten Ideen für diese Aufgabe. Es gab keinen Masterplan. Mir war ganz schummrig bei den vielen möglichen und nötigen Aufgaben, denn ich wusste ja, es ist nur eine halbe Stelle, die ich habe“, erinnert sich Martina Keding. Die Arbeit mit Geflüchteten war für alle Beteiligten im Landkreis Gifhorn in diesem Ausmaß Neuland.

Neu in Gifhorn war es eine besondere Herausforderung für die Diakonin, einen Arbeitsbereich auszufüllen, von dem keiner wusste, wie er zu meistern war. Martina Keding tat, was ihrer Charaktereigenschaft eigen ist: kontaktfreudig und offen auf Menschen zugehen. Sie machte Besuche in Einrichtungen und Kirchengemeinden, um bereits vorhandene Aktionen kennenzulernen, zu unterstützen und Beratung anzubieten. Über Frau Riedesel von der KVHS wurde sie in die Jugendbegegnungsstätte mitgenommen, vor vier Jahren unter anderem eine Unterkunft für ca. 30 junge geflüchtete Männer. Sie lernte Jan Calberlah kennen, der als Student der sozialen Arbeit ein Projekt suchte, in dem er mit und für Geflüchtete tätig sein konnte. „Jan lud diese jungen Männer in den Keller der Martin-Luther-Gemeinde ein, zu gemeinsamen Begegnungen, auch mit Einheimischen. Sie spielten zum Beispiel Billard oder kochten und unterhielten sich auf Deutsch. Hin und wieder brachten sie sich bei Gemeindeveranstaltungen ein.

Aus einzelnen Kontakten wurde ein stabiles Netzwerk. Mit dem Sozialarbeiter Tobias Zemke im Café Aller, den ökumenischen Kontakten um Martin Wrasmann, und dem Landkreis Gifhorn. In den  knapp vier Jahren konnten viele gelungene Projekte umgesetzt werden: die Erste-Hilfe-Kurse für Flüchtlinge und Ehrenamtliche. Gemeinsam und auf Augenhöhe etwas lernen, das war eine wichtige Erfahrung, erzählt sie. Oder das Kunstprojekt mit einer Kunsttherapeutin aus Braunschweig „Kunst gegen Trauma“ unter anderem in der Freiherr-vom-Stein-Schule mit Schülerinnen und Schülern geflüchteter Familien. Für alle Generationen der multikulturelle Garten,mit dem Ziel, Menschen einen Ort zum Ankommen und Wurzeln schlagen zu ermöglichen, mitten unter Kleingärtnern, die zunächst Vorbehalte gegen diese Idee hatten. „Mittlerweile werden Tipps ausgetauscht, man kennt und schätzt sich“, so Martina Keding. Jede und jeder konnte ihre und seine Gaben einbringen, Früchte aus vielen Ländern wuchsen und konnten geerntet werden.

Ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit ist die Unterstützung der Ehrenamtlichen. Nach der anfänglich überwältigenden Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger brauchte es bei der Begleitung einen langen Atem. Supervisionsangebote und Ansprechpartnerin im Café Aller sind regelmäßige Angebote von Martina Keding.

Nachdenklich spricht sie über aktuelle Herausforderungen. Die Geflüchteten, die seit drei Jahren bei uns leben, seien sprachlich fit genug, um gefordert zu werden, davon ist sie überzeugt. Mitmachen, z.B. im Café Aller, eine Ausbildung für einen Beruf, das wäre nötige Integration. Da müssten beide Seiten aufeinander zugehen. Geflüchtete, die sich gesellschaftlich einbringen und Menschen in Gifhorn, die bereit sind, ehrenamtlich das Ankommen weiterhin zu begleiten bzw. Freundschaft anzubieten. Zum Beispiel sucht eine syrische Familie, er Journalist, sie Lehrerin, mit ihren zwei Kindern im Grundschulalter Kontakt zu einer deutschen Familie. Alle sprechen gut deutsch. Bisher ist es ihnen nicht gelungen. Aber genau um solche Kontakte geht es in der Zukunft, davon ist Martina Keding überzeugt. „Vielleicht waren Jan Calberlah und ich so etwas wie der emotionale Part des Netzwerkes“, resümiert sie. Professionelle Beratung können andere besser, aber vernetzen und lebendige Kontakte initiieren, das kann Kirche. Martina Keding geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Sie freut sich auf die Zeit mit sicherlich neuen Herausforderungen, aber nicht zuletzt auf mehr Zeit für ihre Familie.

Supervision für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Den Rücken stärken - Supervision für Ehrenamtliche, ein Angebot für Helfende in der Arbeit mit Geflüchteten als Einzel- oder auch Teamberatung

Worum geht es konkret? Super-Vision heißt wörtlich übersetzt so viel wie „Drauf-Sicht“ oder „Über-Blick“ auf die eigene Arbeit. Das geschieht am besten durch etwas Abstand vom Geschehen, sich im übertragenden Sinn einmal den „Teppich von oben“ anschauen...

Dabei können Themen, wie
„Wie gehe ich mit Ärger um“, der sich angestaut haben,
wie können Nähe und Distanz in der Flüchtlingsarbeit so ausbalanciert werden, dass man selbst im Gleichgewicht bleibt.
Was ist zu viel, was ist zu wenig?
Wie kann ich mich z.B. verhalten, wenn nachts um halb zwölf eine betreute Familie um Hilfe bittet?
Wenn umgekehrt gut gemeinte Angebote ins Leere laufen und man nicht weiß, warum?
Wenn der Kampf gegen behördliche Hindernisse alle Energie zu rauben scheint?
Wenn das Schicksal der Flüchtlinge einen selbst zu sehr mitnimmt?
Wenn nach gewachsenen Beziehungen plötzlich wieder Abschied genommen werden mus?


Durch Gespräch und Reflektion wird es möglich, eigene Grenzen zu erkennen und dabei zu lernen, sie zu setzen. Besonders, wenn für Ehrenamtliche die Grenzen der Tätigkeit zum Privatleben verschwimmen, ist das wichtig, um nicht vom eigenen Engagement „aufgefressen“ zu werden.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf:


Diakonin Martina Keding
martina.keding@evlka.de
Tel.05371-942622
Steinweg 19a 38518 Gifhorn

 

Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) im Kirchenkreis Gifhorn

Die FIM-Maßnahme, bei denen der Bund Gelder zur Verfügung stellt, um Arbeitsgelegenheiten für geflüchtete Menschen zu schaffen, ist vom Kirchenkreis Gifhorn aufgegriffen worden.   Als Koordinator für die Maßnahmen hat die Jugendwerkstatt Gifhorn die Verantwortung übernommen. Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen sind Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge im Sinne eines Arbeitsmarktprogramms.

Wer Flüchtlinge kennt, die noch nicht anerkannt sind und eine Bleibeperspektive haben und außerdem gerne arbeiten wollen, der melde die Namen an Frau Dettmar in der Jugendwerkstatt Gifhorn.

Im Kirchenkreis Gifhorn sind Arbeitsgelegenheiten in Gemeinden und Einrichtungen gefunden worden:
Friedhof St. Nicolai

  • Stadtgemeinden in Gifhorn
  • Kindergarten der Ev.-luth. Kirchengemeinde Martin Luther
  • St. Viti, Kirchengemeinden Didderse und Hillerse
  • Tagespflege in den Diakoniestationen in Isenbüttel und in Meinersen

Die ersten Einsatzstellen sind besetzt. "Wir machen sehr gute Erfahrungen und freuen uns über die Unterstützung der Gemeinden und Einrichtungen", betont Stephanie Dettmer, Sozialpädagogin in der Jugendwerkstatt Gifhorn.

Handreichung für Ehrenamtliche

Der Landkreis Gifhorn hat eine informative Broschüre für Ehrenamtliche erstellt, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Hier sind vor allem die verwaltungstechnischen Vorgänge für Flüchtlinge im Landkreis Gifhorn dargestellt, Kontaktdaten und regionale Hilfesangebote.


Hier finden Sie die Handreichung als PDF!

Willkommenskultur-Leben.de

Aus Berlin kommt eine spannende Webseite, die Menschen inspirieren will, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Unter verschiedenen Kategorien werden Beispiele gezeigt, mit welchen Ideen Geflüchtete Integration erleben können.

www.willkommenskultur-leben.de

Ehrenamtliche gesucht!

Der Flüchtlingsstrom hat sich deutlich reduziert. Die Arbeit, Fremde in unser Land zu integrieren bleibt. Daher gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren:

- Mittun in der Fahrradwerkstatt im Clausmoorhof
- Hausaufgabenhilfe Clausmoorhof oder im Martin Luther Gemeindehaus
- Unterstützung im Café Aller und im Weltladen
- mit kreativen Ideen Geflüchtete zu begleiten und zu unterstützen

Wer Lust und Zeit hat, sich einzubringen, kann sich gerne bei Martina Keding melden! Gemeinsam finden Sie die ehrenamtliche Tätigkeit, die zu Ihnen passt.

Begegnungsprojekt: Mitmacher gesucht!

"Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn. Viel zu lange rumgelegen, viel zu viel schon diskutiert. Es wird Zeit, sich zu bewegen, höchste Zeit, dass was passiert."
An dieses Lied von Clemens Bittlinger kann ich mich aus meiner Konfirmandenzeit noch gut erinnern. Für mich heute eine Motivation und ein Aufruf, den Text in die Tat umzusetzen: Integrative Kontaktmöglichkeit
für Einheimische und Geflüchtete


Ort: Martin-Luther-Gemeindehaus Gifhorn, Limbergstraße 29
Zeit: ab August 2016 zweimal wöchentlich 17:30 Uhr.
Genaue Termine folgen
Dauer: ca. 3 Monate
1. Treffen: 2 August ab 17.30 Uhr

Wir können über uns, unsere Kulturen, Religionen, Herkunftsländer Interessantes erfahren. Wir gehen aufeinander zu. Wir tauschen uns aus. Wir fragen und antworten. Wir erweitern unseren Horizont. Wir bereichern einander.

Komm vorbei, bring dich und deine Ideen mit ein!

Projektleitung: Jan Calberlah, 24, Student der Sozialen Arbeit im 6. Fachsemester/Projektstudium.
"Ich bin in der Gifhorner Südstadt aufgewachsen und lebe nun wieder dort. Seit Herbst 2015 habe ich mich privat mit dem Thema Schutzsuchende intensiv beschäftigt und konnte viele neue positive Eindrücke gewinnen. Ich freue mich sehr auf das Projekt und möchte mit euch neue Erfahrungen machen und bisherige teilen. Bei Fragen bin ich über die untenstehende E-Mail Adresse erreichbar."

Kontakt: j.calberlah@ostfalia.de

Was gibt es zur Flüchtlingsarbeit?

Die Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten im Kirchenkreis Gifhorn hat die Aufgabe, Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden bei bestehenden Projekten zu unterstützen und zu begleiten (Supervision, Fortbildung) und für neue Ideen zu motivieren.


Außerdem ist sie Ansprechperson für Initiativen anderer Institutionen in der Flüchtlingsarbeit, auch um die Vernetzung zu den Kirchengemeinden zu ermöglichen. Seit Februar 2016 arbeitet Martina Keding als Koordinatorin.

Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlingen

Informationen von der Agentur für Arbeit finden Sie hier!

Informationen vom Landkreis Gifhorn finden Sie hier!

Arbeitshilfe für Kirchengemeinden für und mit Geflüchteten

Hier finden Sie die Arbeitshilfe für Kirchengemeinden, die Ideen suchen zum Thema "Integration" vor Ort als PDF!

 

Beauftragte für Geflüchtete

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Martina Keding
Steinweg 19A
38518 Gifhorn
Tel.: 05371 942622